Im Jahr 2018 bot Regisseur Joshua Giuliano mit *In Sound, We Live Forever* eine neuartige Interpretation der klassischen Slasher-Formel an, einem Kurzfilm, der den Ton seiner Gewalttaten von den Bildern auf der Leinwand entkoppelte. Jetzt, acht Jahre später, greift Giuliano das Genre mit „River“ erneut auf, einem Film, der wie ein eher unauffälliges Slasher-Derivat zahlreicher überlegener Titel wirkt, obwohl er mit fortschreitender Erzählung zugegebenermaßen an Dynamik gewinnt.
Beim diesjährigen Toronto International Film Festival debütiert der Film *River*, der drei Geschwister (gespielt von Jane Levy, Jessica Rothe und Max Mattern) begleitet, die nach einer langen Reise wieder zusammenkommen, um die Asche ihres verstorbenen Vaters in einem nahegelegenen Wasserweg zu verstreuen. Als sie das Boot auf das abgeschiedene Gewässer steuern, fällt der Motor aus und das Trio ist in der Falle und hat nur minimale Fluchtchancen. Die Situation verschlechtert sich noch weiter, als eine bedrohliche maskierte Gestalt (Dane DiLiegro) sie aus dem angrenzenden Wald beobachtet und sich schließlich dazu entschließt, zu handeln, anstatt nur zuzuschauen.
Der Fluss paddelt langsam durch eine Standard-Slasher-Erzählung
Die Eröffnungssequenz von *River* orientiert sich deutlich an Giulianos zuvor erwähntem Kurzfilm, indem sie die Folgen des Amoklaufs eines maskierten Mörders präsentiert, begleitet vom Klang des tatsächlichen Blutbads. Während die Sprachausgabe etwas steif ist, unterscheidet sich der Anfang lobenswert von den typischen Slasher-Angeboten, obwohl dies die wichtigste Neuerung in Giulianos abendfüllendem Projekt darstellt.
Der Film dauert viel zu lange, bevor er den maskierten Mörder enthüllt und ihn auf die drei ahnungslosen Geschwister loslässt, was dazu führt, dass River in schmerzhaft trägem Tempo durch eine glanzlose Eröffnung kriecht. Giuliano versucht, das Interesse des Publikums an der angespannten Geschwisterdynamik und ihren unterschiedlichen Reaktionen auf den Tod ihres alkoholkranken Vaters zu wecken, doch der Dialog wirkt starr, klischeehaft und uninspiriert, was es schwierig macht, sich emotional zu engagieren.
Der maskierte Mörder in River bringt endlich den lang erwarteten Aufregungsschub in die Erzählung.
Glücklicherweise gewinnt die Geschichte an Dynamik, als der maskierte Mörder, der im Wald lebt, beginnt, die im Boot eingesperrten Geschwister zu quälen. Giuliano beherrscht den filmischen Raum gekonnt und verwandelt das offene Wasser in eine seltsam klaustrophobische Arena für einen Slasher, während er mit einer Reihe scharfer visueller Beats die Spannung stetig steigert. Nichts auf der Leinwand fühlt sich wirklich originell an – Anklänge an „Freitag der 13“, „The Texas Chainsaw Massacre“ und „Deliverance“ durchdringen den Film – aber die handwerkliche Qualität steigert das Seherlebnis weit über seinen irritierenden Anfang hinaus.
Hardcore-Horror-Enthusiasten werden mit dem, was dieser Film bietet, wahrscheinlich zufrieden sein. Obwohl die Zahl der Toten geringer ist, als die meisten Slasher angeben, erweist sich der maskierte Antagonist von Dane DiLiegro als eine gewaltige, beunruhigende Bedrohung und sorgt für mehrere erschütternde Schrecken, darunter einen der besten Jump-Scares des Jahres.
Was DiLiegros Antagonisten wirklich auszeichnet, ist sein nahezu nacktes Aussehen, nur bekleidet mit einer winzigen Badehose und einer leeren Maske, die ein menschliches Gesicht nachahmt. Durch diese bewusste Ästhetik scheint Giuliano den Slasher-Archetyp sowohl im physischen als auch im metaphorischen Sinne zu dekonstruieren. Während dieses Konzept eine möglicherweise fesselnde Wendung in einer stark gesättigten Kategorie bietet, die immer noch unerforschte Wege bietet, kann selbst die bedrohliche Aura von DiLiegros Schöpfung nicht verbergen, wie sehr sich der Film auf bekannte Klischees und abgedroschene Formeln verlässt.
Selbst mit einem visionären Regisseur an der Spitze, dessen erster Ausflug in den Horror eine erfrischende Abwechslung bot, landet „River“ letztendlich als durchaus Standardeintrag im Slasher-Kanon. Anhänger klassischer Titel des Subgenres wie „Halloween“ und „Freitag der 13.“ dürften in Giulianos Regiedebüt genug Unterhaltungswert finden, doch Gelegenheitszuschauer könnten Schwierigkeiten haben, mit der vorhersehbaren Umsetzung beschäftigt zu bleiben.
River feierte seine Erstaufführung beim Toronto International Film Festival 2026.