Fernseher Veröffentlicht am 24. August 2026, 13:43 Uhr

HBOs 9-teilige Fortsetzung der besten Graphic Novel aller Zeiten steigt erneut in die Streaming-Charts ein

Tim Bauer

Von Tim Bauer

Veröffentlicht auf Open TV

Das HBO-Logo in Weiß auf schwarzem Hintergrund

HBO hat sich bei der Adaption von Graphic Novels und Comics in hochwertige Fernsehproduktionen einen Namen gemacht. Zu dieser Erfolgsbilanz gehören *Spawn* (1997–1999), das die Messlatte für erwachsene Comic-Adaptionen auf der kleinen Leinwand höher legte, und *DMZ* (2022), eine vierteilige dystopische Miniserie, die vom DC/Vertigo-Comictitel abgeleitet ist. Das Netzwerk hat seine Reichweite innerhalb des DC Comics-Ökosystems durch Serien wie *Titans* (2018–2023) und *Doom Patrol* (2019–2023) weiter ausgeweitet.

Ein Paradebeispiel für diesen Ansatz ist *Watchmen* (2019). Diese von Damon Lindelof konzipierte, von der Kritik gefeierte limitierte Serie fungiert als Fortsetzung des bahnbrechenden DC Comics-Werks von Alan Moore und Dave Gibbons aus dem Jahr 1986. Die Serie spielt 34 Jahre nach den Ereignissen der ursprünglichen Graphic Novel und richtet ihren erzählerischen Fokus auf rassistische Gewalt im heutigen Tulsa, Oklahoma. Sieben Jahre nach seiner Erstausstrahlung ist „Watchmen“ wieder in die Spitzengruppe der HBO Max-Heimatcharts eingestiegen und hat sich den 10. Platz gesichert.

Watchmen ist die Fortsetzung der Graphic Novel Needed

Während es sich bei der Serie technisch gesehen um eine Fortsetzung handelt, die 34 Jahre nach den ursprünglichen Comics in derselben alternativen Realität spielt, entschied sich Lindelof dafür, die Geschichte auf neue Charaktere und Konflikte zu konzentrieren. Indem sie eine originelle Erzählung erarbeitet, um das *Watchmen*-Universum zu erweitern, anstatt das Franchise neu zu starten, gelingt der HBO-Serie eine echte Fortsetzung. Dies wird dadurch erreicht, dass das Quellenmaterial als unveränderliche Geschichte behandelt wird und gleichzeitig der thematische Blickwinkel von den nuklearen Ängsten des Kalten Krieges auf den zeitgenössischen Rassismus gerichtet wird.

Anstatt sich auf Nostalgie zu verlassen, um alte Charaktere ins Rampenlicht zu rücken, konzentriert sich die Fortsetzung auf eine neue Besetzung aus Helden, Antagonisten und Alltagsbürgern. Während seine Untersuchung von Rasse, Autorität und amerikanischer Geschichte die Untersuchungen der ursprünglichen Comics zu Macht und Ethik widerspiegelt, vermeidet es den Eindruck einer bloßen Wiederholung. Das Ergebnis ist ein gewagter, mitunter verstörender Nachfolger, der seinen Wurzeln alle Ehre macht und *Watchmen* gleichzeitig in Neuland führt.

Der spirituelle Nachfolger von Watchmen* wird zum neuen Top-Hit von HBO

Watchmen* ist in der Rangliste wahrscheinlich wieder nach oben geklettert, da sein spiritueller Nachfolger *Lanterns* den Spitzenplatz in der Liste der Top-10-TV-Sendungen von HBO Max einnimmt. Die ebenfalls von Damon Lindelof mitgestaltete Serie basiert auf DC Comics, ist aber keine strikte Adaption, sondern behandelt das Ausgangsmaterial eher als Startrampe denn als Einschränkung. Die Erzählung folgt den Green Lanterns Hal Jordan und John Stewart bei der Untersuchung eines Mordes in Rushville, Nebraska.

Ohne massive CGI-gesteuerte Weltraumschlachten entscheidet sich *Lanterns* für eine düstere Detektivgeschichte, die mehr an *True Detective* als an eine konventionelle Superheldengeschichte erinnert und sich mit Themen wie institutionellem Zusammenbruch und systemischem Verfall befasst. Ähnlich wie *Watchmen* verwandelt *Lanterns* DC Comics in eine reifere Comic-Geschichte und dient als Vehikel für eine weitaus zynischere, verstörendere und deutlich HBO-Ästhetik.

Offizielle Quellen: DC

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