*Star Trek* gilt als der Gipfel des Science-Fiction-Geschichtenerzählens und legt die Messlatte unglaublich hoch, die jeder Beitrag überwinden muss. Um sein Vermächtnis aufrechtzuerhalten, benötigt jeder neue Teil innerhalb der Zeitleiste der Franchise eine eigene Stimme und Atmosphäre, die ihn von früheren Iterationen unterscheidet und gleichzeitig die Kernthemen und den Erfindungsgeist bewahrt, die *The Original Series* zu Ruhm verholfen haben. Im Grunde handelt es sich bei *Star Trek* um eine Erzählung über Entdeckungen; Die „Planet der Woche“-Struktur der ersten Episoden ermöglichte es der *Enterprise*-Crew, verschiedene Welten zu durchqueren und dabei das Science-Fiction-Setting als Linse zu nutzen, um komplexe Themen wie Rasse, Sexualität und gesellschaftliche Dynamik zu erforschen.
Seit seinem Debüt in den 1960er Jahren ist *Star Trek: The Original Series* bemerkenswert gut in die Jahre gekommen, doch die dramatischen Fortschritte in der CGI-Technologie und die sich wandelnden sozialen Perspektiven machten die Expansion des Franchise unvermeidlich. Dieses Wachstum war im Allgemeinen aufregend, da die zeitgenössischen visuellen Elemente die bleibenden Ideale der Show wirkungsvoll widerspiegeln. Dennoch wird die Marke seit drei Jahrzehnten von einem spezifischen Problem geplagt, ein Trend, der auch bei den kommenden *Star Trek*-Filmen und Fernsehsendungen anhält. Im Wesentlichen verzweigt sich das Franchise in alle erdenklichen Richtungen, außer nach vorne.
Während das klassische Format größtenteils durch komplizierte Handlungsstränge und experimentelle Konzepte ersetzt wurde – von denen viele erfolgreich waren – gelingt es ihnen häufig nicht, den einzigartigen Geist der früheren Staffeln einzufangen, die über eine eigene Form der Kreativität verfügten. *Star Trek*-Episoden haben in der Vergangenheit das Genre verändert, unvergessliche Charaktere aus der Vergangenheit vorgestellt und das Publikum in seltsame, fesselnde und häufig komödiantische Schauplätze entführt. Im Gegensatz dazu war jede Serie, die seit *Star Trek: Voyager* produziert wurde, ein Prequel, eine Animation, ein Spin-off oder eine Fortsetzung, von denen keine die primäre Zeitachse weiterentwickelte oder den bahnbrechenden Charakter der Originalserie widerspiegelte.
Es ist höchste Zeit, dass *Star Trek* zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren eine konventionelle Serie startet

Die ursprünglichen Folgen von „Star Trek“ haben gezeigt, dass eine Serie langweilige Wiederholungen vermeiden und gleichzeitig einer erfolgreichen Struktur treu bleiben kann. Die Erfolgsformel für das schnell wachsende Science-Fiction-Franchise bestand darin, sich auf eine Raumschiffcrew zu konzentrieren, in jeder Episode neue Abenteuer, Dilemmata oder Schauplätze zu liefern und gleichzeitig längere, saisonübergreifende Charakterbögen zu weben. Diese Geschichten spielten sich in der „gegenwärtigen“ Zeitleiste des Star Trek-Universums ab und trieben die Chronologie voran. Die Anpassung dieses Rahmenwerks mindert nicht grundsätzlich die Qualität einer Serie – wie das Prequel Strange New World beweist, das bei Rotten Tomatoes eine Bewertung von 94 % erhielt –, aber der Moment für einen Wandel ist gekommen.
Star Trek hält einen Guinness-Weltrekord für das erfolgreichste Science-Fiction-TV-Franchise.
Frühere Star Trek-Einträge konzentrierten sich auf die Ziele jeder Mission, während zeitgenössische Teile Fragen wie „Was ist mit Picard passiert?“ behandeln. oder „Wie ist das Leben auf den Unterdecks?“ Diese Blickwinkel sind überzeugend, doch die kommende Star Trek-Serie sollte auf den klassischen Entwurf zurückgreifen. Das größte Kapital des Franchise war schon immer das Schreiben der Charaktere, und die denkwürdigsten Episoden waren oft eigenständige Geschichten, die eher von Charakteren als von Nostalgie geprägt waren. Mit dem richtigen Regisseur, der richtigen Besetzung und den richtigen Autoren kann ein traditioneller Ansatz frisch bleiben und die Elemente wiedererlangen, die Star Trek zu dem Triumph gemacht haben, der es heute ist.
Star Trek: Discovery hat seinen Fehler zu spät erkannt

Star Trek: Discovery hat das Franchise durch die Einführung eines neuen Formats, neuer außerirdischer Arten und zeitgemäßer visueller Effekte bereichert. Dennoch spaltete es Kritiker und Zuschauer: Die Kritiker von Rotten Tomatoes gaben der Show eine Zustimmung von 84 %, während die Zuschauer sie nur mit 34 % bewerteten. Diese Trennung spiegelt wahrscheinlich den abrupten Tonwechsel der Serie wider – ursprünglich ein Prequel, das später weit in die Zukunft sprang und einen eher episodischen Stil annahm, der an frühere Staffeln erinnert. Idealerweise hätte „Discovery“ in zwei unterschiedliche Shows aufgeteilt werden sollen: eine, um den Grundstein für die Originalserie zu legen, und eine andere, um nach dem Zeitsprung zu beginnen.
Discovery hatte die Gelegenheit, die klassische Star-Trek-Ästhetik, nach der sich das Franchise sehnte, wiederzubeleben, erkannte seinen Fehltritt jedoch erst im Nachhinein. Beim Versuch, die Originalserie auf die Beine zu stellen, geriet die Handlung in den Aufbau und die Darstellung der Welt fest, was viele Zuschauer abschreckte. Als sich der Ton änderte und den Charakteren eine lange Zukunft zum Erkunden gegeben wurde, hatte ein erheblicher Teil des Publikums bereits aufgehört zuzuschauen. Da die Kernprämisse und ikonischste Linie von Star Trek darin besteht, „mutig dahin zu gehen, wohin noch niemand zuvor gegangen ist“, muss das Franchise seine eigene Führung beherzigen und wieder vorwärts gehen.