Unter den am meisten erwarteten Filmveröffentlichungen des Jahres 2026 steht ein neuer Titel kurz vor seiner Veröffentlichung zu einem besonders entscheidenden Zeitpunkt für den modernen Horror. Das Genre hat in letzter Zeit einen bedeutenden Wandel durchgemacht, der sowohl Schöpfer als auch Publikum dazu veranlasst, die Elemente zu überdenken, die eine beängstigende Erzählung ausmachen. Kane Parsons‘ bahnbrechender Film „Backrooms“ hat seinen Status als wegweisender Film für 2026 bereits gefestigt, doch sein Vertrauen auf den Uncanny-Valley-Effekt hätte durchaus schon vor zwölf Monaten aufgegeben werden können.
Ebenso hat die umfassende Akzeptanz der Internet-Meme-Kultur Campier-Produktionen – wie *M3GAN* aus dem Jahr 2022 – zu massivem Erfolg in einem Markt verholfen, der bekanntermaßen schwer zu durchdringen ist. Insbesondere genreübergreifende Werke wie ein bestimmter Science-Fiction-Thriller und sein polarisierender Superhelden-Nachfolger haben sich paradoxerweise zu den bedeutendsten Horrortiteln des aktuellen Jahrzehnts entwickelt. Infolgedessen erweitert sich die Horrorlandschaft ständig und umfasst alles von „klassischen“ Horrorfilmen im Retro-Stil und Öko-Horror mit monströsen Kreaturen und Umweltthemen bis hin zu übernatürlichen Geschichten voller beunruhigender Wendungen und komplexer Allegorien, wie beispielsweise im zweiten Spielfilm von Regisseur Curry Barker, *Obsession*.
Während die Aussicht auf eine Fortsetzung von „Obsession“ oder eine Anthologiesammlung vorerst nur eine faszinierende Hypothese bleibt, haben andere gefeierte Horrorfilme bereits vollwertige Franchises entwickelt. *M3GAN* dient als Paradebeispiel, wobei *Soulm8te* bald als dritter Eintrag in seinem Kinouniversum erscheinen soll. Trotz der Aufregung um diesen bevorstehenden Spin-off stellt er bereits eine wesentliche Veränderung gegenüber den früheren Einträgen der Franchise dar.
Soulm8te fragt, wie eine Obsession mit Robotern aussehen würde
Da *Obsession* in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 eine hohe Messlatte für Horrorveröffentlichungen setzt, steht *Soulm8te* aufgrund der Ähnlichkeiten in ihren Erzählungen vor einer besonders großen Herausforderung. Während die Angst in *Obsession* auf Bears Wunsch und der magischen Besessenheit von Nikki beruht, dreht sich bei *Soulm8te* alles um David (David Rysdahl), einen Ingenieur, der um seine verstorbene Frau trauert und eine androide Begleiterin namens Sara (Lily Sullivan) erwirbt. Nachdem David den Bot so verändert hat, dass er menschlicher und attraktiver aussieht, muss er sich mit den Konsequenzen auseinandersetzen, die es mit sich bringt, einer Maschine Empfindungsvermögen und einen einzigartigen Befehl zu geben: ihn zu lieben.
Folglich wird *Soulm8te* von der Dynamik von Curry Barkers Hit profitieren, doch die beunruhigendsten Elemente von *Obsession* lassen sich nicht leicht nachahmen. Glücklicherweise deuten erste Details in der Inhaltsangabe und im Teaser-Trailer von *Soulm8te* auf deutliche, vielversprechende Unterschiede hin. Obwohl *Soulm8te* im selben Universum spielt, scheint es erzählerisch unabhängig von *M3GAN* zu sein, eine strategische Entscheidung, die für ein Spin-off wohl die klügste ist. Darüber hinaus behält dieser erotische Science-Fiction-Thriller zwar den charakteristischen Humor des Franchise bei, verspricht aber auch eine Menge Blut, Action und intensive Gruselmomente.
Soulm8te ist derzeit Teil eines größeren Horrortrends
Nikki lächelt gruselig, während sie in Obsession aus einer Wunde in ihrem Gesicht blutet
Wenn man bedenkt, wie kürzlich es angekündigt wurde, ist es logisch, dass Horror-Enthusiasten bereits Parallelen zu *Obsession* ziehen, aber *Soulm8te* ist einfach der neueste Eintrag im beliebtesten aktuellen Trend des Genres: Incel-Horror. Jedes Jahr läuten visionäre Regisseure eine neue Ära des Horrors ein, indem sie gruselige Geschichten zu drängenden gesellschaftlichen Themen erfinden. Während sozialbewusster Horror kein neues Konzept ist, werden immer mehr Filme mit einer deutlich progressiven Perspektive produziert.
Viele Zuschauer halten Bear für den wahren Antagonisten in „Obsession“, weil er Nikki trotz seiner lockeren Haltung gegenüber One Wish Willow ihrer Autonomie beraubt und fast kein Mitgefühl für den bewusstseinszerstörenden Bann zeigt, in dem sie gefangen ist. Der Film *Companion* aus dem Jahr 2025 treibt diese Idee noch weiter voran, indem er die Individualität der weiblichen Hauptrolle auslöscht; Iris ist, wie Sara aus *Soulm8te*, ein Roboter, der von ihrem Besitzer, der sich selbst als „netten Kerl“ bezeichnet, versklavt wird.
Die beunruhigende Verschmelzung von Beziehungshorror und Techno-Horror gibt es schon seit Jahrzehnten, aber ihre Bedeutung hat im letzten Jahrzehnt stark zugenommen und reicht vom kritisch verrissenen Film „Subservience“ (2024) bis hin zu übersehenen Meisterwerken, die den ikonischen Entwurf von „Ex Machina“ widerspiegeln. Ob *Soulm8te* das Niveau moderner Klassiker wie *Obsession* und *M3GAN* erreichen wird, bleibt abzuwarten, doch das Horror-Genre ist dank dieser Zeitgenossen unbestreitbar auf dem Vormarsch.