Wenn Sie sich *Der Herr der Ringe* noch einmal ansehen, werden Sie mit einer harten Wahrheit konfrontiert: Die Originalfilme legen so hohe Maßstäbe an Optik, Darbietung und Besetzung, dass jede Fortsetzung oder jedes Spin-off sie nur schwer übertreffen kann. Die *Hobbit*-Trilogie veranschaulicht dies perfekt – sie führte fremde Charaktere ein, die den Fokus von Tolkiens Kernerzählung ablenkten und sich stark auf CGI stützten, wobei auf die praktischen Effekte verzichtet wurde, die den *Herr der Ringe*-Filmen ihr immersives Gefühl verliehen.
Auch wenn die Prequel-Trilogie überraschend gute Rotten-Tomatoes-Bewertungen einheimste, entsteht ein spürbarer Qualitätsunterschied, der dazu führt, dass sich das Binge-Watching der gesamten *Hobbit*- und *Herr der Ringe*-Saga uneinheitlich anfühlt. Unterdessen sucht die Serie „Die Ringe der Macht“ immer noch nach einem festen Platz im Fernsehen und muss das Publikum zurückgewinnen, das sie nach einer glanzlosen ersten Staffel verloren hat. Wenn die dritte Staffel Verbesserungen liefert, die mit denen der zweiten vergleichbar sind, könnte sie sich als der stärkste kommende Eintrag im *Herr der Ringe*-Universum erweisen.
Im Eröffnungsband der Trilogie, „Die Gefährten“ aus dem Jahr 1954, fragt Bilbo Frodo: „Haben Abenteuer nie ein Ende? Ich vermute nicht. Jemand anderes muss die Geschichte immer weiterführen.“ Unter denjenigen, die bereit sind, die Saga fortzusetzen, verfügt „Jagd auf Gollum“ über eine beeindruckende Besetzung: Peter Jackson kehrt als Produzent zurück, während Andy Serkis die Regie übernimmt und seine gefeierte Darstellung von Gollum erneut übernimmt. Die Produktion hat letzte Woche offiziell begonnen, das Kinodebüt ist für 2027 geplant.
Da keine der derzeit veröffentlichten Adaptionen das Kaliber der Filme von Peter Jackson erreicht hat, argumentieren viele Tolkien-Enthusiasten, dass die Bücher nach den bahnbrechenden Filmen hätten unberührt bleiben sollen. Doch Bilbos Bemerkung im Roman deutet darauf hin, dass der Autor selbst möglicherweise nicht zugestimmt hat. Es ist ungewiss, ob J.R.R. Tolkien hätte *Der Herr der Ringe*-Adaptionen gutgeheißen, aber durch Bilbos Rat an Frodo – und Frodos Abschiedsworte an Sam – unterstreicht die Erzählung, dass eine Geschichte im Guten wie im Schlechten weitergehen muss.
Die Jagd nach Gollum vs. Die Ringe der Macht: Der bedeutendste Fantasy-Showdown des Jahrzehnts

Die Jahre 2026 und 2027 dürften entscheidende Momente für das Fantasy-Genre sein. Bis Ende 2026 werden sowohl die *Harry Potter*-Fernsehadaption als auch die dritte Staffel von *Die Ringe der Macht* in Produktion sein, während 2027 voraussichtlich Greta Gerwigs *Die Chroniken von Narnia: Der Neffe des Magiers* und *Der Herr der Ringe: Die Jagd nach Gollum* erscheinen werden. Dieser Zeitplan bedeutet, dass Fans Zeuge werden werden, wie große Fantasy-Franchises um die Vorherrschaft wetteifern. Es wird jedoch erwartet, dass die spezifische Rivalität zwischen den beiden kommenden *Herr der Ringe*-Projekten das Genre auf beispiellose Weise revolutionieren wird.
„Die Jagd nach Gollumi“ basiert auf einer Zeile von Aragorn in „Die Gefährten“ und ist eher eine Originalgeschichte als eine Adaption.
In Anlehnung an die Stimmung hinter Bilbos Bemerkung im Quellenmaterial handelt es sich bei beiden bevorstehenden *Herr der Ringe*-Projekten um Originalgeschichten, die Charaktere und Überlieferungen aus Tolkiens lizenziertem Universum nutzen, anstatt bestehende Bücher zu adaptieren. Dieser Ansatz ist notwendig, da derzeit nur *Der Herr der Ringe* und *Der Hobbit* für eine direkte Adaption verfügbar sind. Amazon hat dafür gesorgt, dass *The Rings of Power* kreativ von der Filmtrilogie getrennt bleibt und von einem eigenen Team produziert wird. Obwohl sich die Fernsehserie gewisse kreative Freiheiten genommen hat, geht man davon aus, dass Serkis‘ Filmprojekt die tonalen Elemente von Peter Jacksons Filmen bewahren wird.
Der bevorstehende Fantasy-Showdown könnte die Zukunft der „Der Herr der Ringe“-Reihe bestimmen, da das Publikum den Hobbit im Lichte der Leistung von „Die Jagd nach Gollum“ neu bewerten wird. Sollte der Film Erfolg haben, werden die Mängel des Hobbits deutlicher hervortreten; umgekehrt, wenn es scheitert, könnte der Hobbit im Vergleich überlegen erscheinen. Die Einbeziehung von „Die Ringe der Macht“ sorgt für zusätzliche Spannung und schafft ein Szenario, in dem beide Projekte gedeihen könnten. Dadurch wird Tolkiens Vision bestätigt und gezeigt, dass sich eine Abenteuererzählung auf mehreren unterschiedlichen Wegen entwickeln kann.