Streaming-TV Veröffentlicht am 20. August 2026, 16:03 Uhr

Die Sci-Fi-Serie 10/10 von Apple TV verdient die Anerkennung dafür, dass sie aus einer langweiligen Lektüre ein Meisterwerk gemacht hat

Maximilian Schneider

Von Maximilian Schneider

Veröffentlicht auf Open TV

Laura Birn in der Stiftung

Auch wenn die Top-Science-Fiction-Serie von Apple TV für sich genommen eine bemerkenswerte Leistung darstellt, ist ihr Triumph umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass sie auf einer Buchreihe basiert, die selbst der großzügigste Kritiker als trocken bezeichnen würde. Die Geschichte des Science-Fiction-Fernsehens hat mehrere Höhepunkte erlebt, angefangen vom Start von *Star Trek: The Original Series* in den 1960er Jahren bis zum Siegeszug von *Star Trek: The Next Generation* in den 1990er Jahren.

Der Popularitätsboom rund um diesen Neustart ebnete wohl den Weg für *Farscape*, *Stargate*, *Firefly*, das *Battlestar Galactica*-Revival und dessen Spin-off *Caprica* sowie *Babylon 5*, ganz zu schweigen von den direkten Fortsetzungen von *The Next Generation*, *Deep Space Nine* und *Voyager*. Doch selbst wenn man es mit den goldenen Zeiten der 60er und 90er Jahre vergleicht, kann man durchaus argumentieren, dass die 2020er Jahre die produktivste Zeit für Science-Fiction-Fernsehen aller Zeiten darstellen, ein Trend, der nicht nur durch die bevorstehende Rückkehr des Klassikers „Akte X“ aus den 1990er Jahren getrieben wird.

Netflix hat sich mit *Altered Carbon*, *Sense8* und *Stranger Things* große Science-Fiction-Erfolge gesichert, während Hulu mit *Paradise* und *The Handmaid's Tale* dystopische Meisterwerke produziert hat. Darüber hinaus zeigt der bald erscheinende *Blade Runner 2099* von Prime Video, dass die Plattform auch in diesem Genre ein starker Konkurrent ist. Dennoch hat sich Apple TV als Spitzenreiter im Science-Fiction-Wettbewerb um kleine Bildschirme positioniert. Mit dem Multiversum-Thriller „Dark Matter“, der dystopischen Adaption „Silo“ und der herausragenden Isaac-Asimov-Adaption „Foundation“ hat sich der Streaming-Dienst als führender Name im Science-Fiction-Fernsehen etabliert.

Der Stiftung von Apple TV ist es gelungen, menschliche Dramen in die Science-Fiction-Romane von Isaac Asimov einzubinden

Jared Harris in der Stiftung

In dieser Übersicht werden insbesondere die Unternehmens-Science-Fiction-Satire *Severance*, die bevorstehende Adaption von William Gibsons *Neuromancer* und die *Monsterverse*-Fortsetzung *Monarch: Legacy of Monsters* weggelassen. Dennoch liefert allein die *Foundation* überzeugende Beweise für die Position von Apple TV als führende Plattform für Science-Fiction-Fernsehen. Die Serie ist eine Adaption der Romanreihe *Foundation* von Isaac Asimov, dem gleichen Autor hinter *I, Robot*, einem Franchise, das aus einer Sammlung von Novellen und Kurzgeschichten entstand, die zwischen 1942 und 1950 veröffentlicht wurden.

Die ursprüngliche Trilogie bestand aus *Foundation* (1951), *Foundation and Empire* (1952) und *Second Foundation* (1953), denen später *Foundation's Edge* (1982), *Foundation and Earth* (1986) und die Vorgänger *Prelude to Foundation* (1988) und *Forward the Foundation* (1993) folgten. Es ist wichtig anzumerken, dass alle bedeutenden *Foundation*-Werke von Asimov ausgezeichnet sind. Allerdings können sie als umfangreiche Spekulationsgeschichten der Zukunft auch recht trocken sein.

In einer Entwicklung, die die Zuschauer der Verfilmung überraschen dürfte, fehlt in Asimovs Originalromanen ein konventioneller Protagonist oder auch nur eigenständige Hauptfiguren, trotz der zentralen Rolle, die Gaal Dornick und Hari Seldons Theorie der Psychohistorie in der Erzählung spielen. Die *Foundation*-Reihe priorisiert weitreichende, globale Zivilisationstrends, die sich über Jahrtausende erstrecken, was dazu führt, dass Schlüsselfiguren abrupt eingeführt und wieder weggelassen werden, Nebenhandlungen, die nirgendwohin führen, und eine Handlung ohne nennenswerte individuelle emotionale Belastung.

Die Stiftung beweist, dass „nicht verfilmbare“ Science-Fiction-Filme hervorragende Adaptionen hervorbringen können

Salvor Hardin und Hugo Crast in Foundation (1)

Anstatt abseits zu bleiben, gelingt es Foundation hervorragend, den emotionalen Herzschlag einer Geschichte aufzudecken, die sich leicht kalt und klinisch anfühlen könnte. Die Serie formt Asimovs abstraktes Imperium in das greifbare Trio aus Kaiser Cleons Klon – BrotherDay – seinem designierten Erben BrotherDawn und ihrem Vertrauten BrotherDusk um und verleiht den zuvor entfernten Herrschern eine nachvollziehbare, unvollkommene Menschlichkeit.

LouLlobells Wunderkind Gaal fungiert als Tor für den Zuschauer und wird durch ihre Zusammenarbeit mit Seldon in das verworrene Netz der Politik hineingezogen. Während weitläufige Fantasy-Epen wie „Game of Thrones“ auf den in ihren Büchern verankerten tiefen Charakterfundamenten basieren, musste Foundation diese emotionale Verbindung und Charaktertiefe ganz alleine herstellen.

Es stimmt, dass Asimovs Original-Foundation-Romane Liebhaber harter Science-Fiction und komplizierter Weltkonstruktionen ansprechen. Dennoch sticht „Foundation“ von AppleTV als Adaptionstriumph hervor, weil es der coolen, distanzierten Prosa der Serie erfolgreich eine menschliche Note verleiht und ihr eine fesselnde, persönliche Note verleiht.

Offizielle Quellen: Star Trek

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